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Menschen stehen vor einem Hochhaus
Die Kirchenvertreter zu Gast beim MDR in Leipzig
Bildrechte / Quelle: Bistum Magdeburg

Leipzig Leitende Geistliche zu Gast beim MDR

Erscheinungsdatum: 16. April 2026

Die Rollen des MDR und der Kirchen in für diese Institutionen herausfordernden Zeiten, die Berichterstattung aus Religion und Gesellschaft und ein Blick auf die Verkündigungssendungen standen im Mittelpunkt des Spitzentreffens „MDR trifft Kirchen“ am 13. April 2026 in Leipzig.

Intendant Ralf Ludwig konnte dazu alle sieben katholischen und evangelischen Bischöfe aus dem MDR-Sendegebiet, einen leitenden Geistlichen aus den Freikirchen, die Senderbeauftragten der Kirchen beim MDR sowie in den MDR-Rundfunkrat entsendete Mitglieder aus dem kirchlichen Bereich begrüßen.

Ludwig erläuterte den Weg des MDR, den fortschreitenden Wandel in der Mediennutzung aufzugreifen, dabei seinem umfassenden Angebotsauftrag insbesondere in der Region zu entsprechen und gleichzeitig ein strukturelles Finanzdefizit durch Einsparmaßnahmen bei Verbreitungstechnik, Verwaltung, Personal und Programm zu schließen. Die bisher ausgebliebene Anpassung des Rundfunkbeitrags durch die Länder und Unklarheit über die Umsetzung der neuen KEF-Empfehlung für einen Rundfunkbeitrag in Höhe von 18,64 Euro monatlich für 2027/28 stellten zusätzliche Herausforderungen dar, die der MDR angehe.

Angriffe auf MDR und Kirchen

Der Intendant dankte den Kirchen für ihren fortwährenden Einsatz für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und die Mitwirkung von Fachleuten im Rundfunkrat. Die Kirchen und ihre Wohlfahrtsverbände Diakonie und Caritas seien in Teilen ähnlichen öffentlichen und politischen Anfeindungen ausgesetzt wie der MDR.

Der katholische Bischof Dr. Gerhard Feige (Bistum Magdeburg) lobte den MDR für seine tiefe regionale Verankerung, seinen Einsatz und die Berichterstattung zum Gedenken an den Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt. In Zusammenarbeit mit den Kirchen habe der MDR dem Trauerprozess einer ganzen Region Raum gegeben und Trost und Hoffnung gespendet. In Zeiten der Gefährdung der Demokratie werde deutlich: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sei mehr als eine Diskursplattform. So solle der MDR Stellung beziehen, wenn die Prinzipien einer offenen Gesellschaft in Frage gestellt werden und eindeutig ausbuchstabieren, was Menschenwürde, Demokratie und Verantwortung bedeuteten.

Appell für Unabhängigkeit der Medien

Die evangelischen Landeskirchen unterstützten ebenso wie die Katholiken den im März 2026 veröffentlichten "Leipziger Appell zur Freiheit und Unabhängigkeit der Medien" und stünden mit dafür ein, dass unabhängige Medien und Informationsanbieter ihre demokratische Aufgabe frei, unbeeinflusst und verantwortungsvoll erfüllen können, betonte Landesbischof Friedrich Kramer (Evangelische Kirche in Mitteldeutschland). Der MDR sei dabei nicht nur moderierend gefordert, sondern auch einordnend als Faktor im Geschehen, um Uninformiertheit entgegenzuwirken. Interne Transformationsprozesse wie beim MDR bräuchten Mut und wechselseitiges Vertrauen.

Für die Freikirchen dankte Superintendent Mitja Fritsch (Evangelisch-Methodistische Kirche) für die gute Zusammenarbeit bei den Verkündigungssendungen. Der freikirchliche Senderbeauftragte Stephan Ringeis koordiniere dabei Akteure aus zehn Freikirchen. Dietrich Bauer (Diakonie Sachsen) aus dem Präsidium des MDR-Rundfunkrats verwies auf die tragende Rolle der kirchlichen Wohlfahrtsverbände im Sozialwesen. Sein Eindruck sei, dass in der Gesellschaft aktuell das Pendel eher zum Thema Individualismus ausschlage. Umso mehr brauche es Gemeinschaft und Gemeinwohlorientierung als Angebot zur Verständigung.

Im Austausch mit den Direktorinnen und Direktoren des MDR und Programmverantwortlichen aus der Hauptredaktion Gesellschaft schilderten die leitenden Geistlichen und Senderbeauftragten ihre Eindrücke zur unabhängigen redaktionellen Berichterstattung über Kirche und Religion sowie zur Zusammenarbeit bei den Drittsendezeiten für Gottesdienstübertragungen und Andachtsimpulse, die im MDR-Staatsvertrag für die Kirchen vorgesehen sind.

Weiterführende Links:

Gottesdienste und geistliche Worte im MDR

Quelle: Mitteldeutscher Rundfunk, Kantstr. 71-73, 04275 Leipzig, Telefon: 0341-3000


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