
NachrufReinhardt Malenke ist verstorben
Gott, der Herr über Leben und Tod, hat am Freitag, dem 27. Februar 2026, seine treuen Diener, Herrn Reinhardt Malenke im Alter von 69 Jahren in sein ewiges Reich gerufen.
Erscheinungsdatum: 3. März 2026
"Ob laut ob leise, die Melodie des Lebens spielt jeder auf seine eigene Weise." (unbekannt)
Reinhardt Malenke wurde am 11. August 1956 in Binz an der Ostsee als Ältester von drei Geschwistern geboren. Schon früh zog es seine Familie nach Dessau, wo er seine Kindheit verbrachte.
Ein erster Einschnitt, der sein weiteres Leben geprägt hat, war ein Sportunfall in der Schule, der ihn sein rechtes Auge kostete. Im Jahr 1973 beendete er die Schule.
Bei der Armee ausgemustert, war nun sein Plan, sich an der Kirchenmusikschule in Halle zum Kirchenmusiker ausbilden zu lassen. Auf seine Bewerbung bekam er die Antwort: ,,Sie sind zu jung" und auch sein Vater bestand darauf, dass er zuerst einen „richtigen" Beruf erlernt. Also begann er 1973 eine Bäckerlehre in Dessau, die er 1975 erfolgreich abschloss. Aber als Bäcker sollte er nie arbeiten. Seinen Traum, Kirchenmusiker zu werden, hatte er nicht aufgegeben. So bewarb er sich 1975 - nun volljährig - an der evangelischen Kirchenmusikschule in Görlitz, die er 1978 mit bestandener B-Prüfung beendete. Die Zeit in Görlitz prägte ihn sehr. Auch später noch erzählte er froh über seine Ausbildung und die Menschen, die ihn dabei begleitet haben und die ihm wichtig geworden sind.
Als ausgebildeter Kirchenmusiker wurde ihm 1978 die Stelle in Aschersleben angeboten, die für ihn zur Lebensaufgabe wurde. Seine erste Aufgabe war es - zusammen mit der Orgelbaufirma Hüfken aus Halberstadt - die Röver-Orgel in der, von der katholischen Pfarrei neu erworbenen, Heilig Kreuz Kirche aufzubauen und wieder spielbar zu machen. Dieser Orgel schenkte er sein Herz. Sie wurde zu seinem „Mercedes", wie er oft sagte. Jeden Tag übte er an ihr, um nicht einzurosten. Wer Reinhardt Malenke spielen hörte, dem öffnete sich das Herz und sein Orgelspiel bereicherte jeden noch so kleinen Gottesdienst. Das Beste war, wenn er improvisieren durfte.
Auch über die Pfarreigrenzen hinaus spielte Musik eine wichtige Rolle in seinem Leben. Mit dem evangelischen Kantor der Stadt verband ihn eine enge Freundschaft und sie unterstützten sich gegenseitig in ihrem Tun. Reinhardt Malenke leitete über 20 Jahre lang den Männerchor von Westdorf und war Gründungsmitglied des ökumenischen Gesangsquartetts „Concertino", das die Stadt Aschersleben kulturell bereicherte.
Im Juli 2022 ging er offiziell in Rente - doch in seinem Tun merkte man nichts davon. Er war immer da, wenn es galt einen Gottesdienst vorzubereiten oder zu begleiten. Das änderte sich 2023. Ein erster Schlaganfall machte ihm das Spielen schwer. Doch er gab nicht auf. Kämpfte sich an seinen Spieltisch zurück. Ein Jahr später, nach einem schweren Herzinfarkt und weiteren Schlaganfällen musste er seine geliebte Orgel und das Spielen an ihr aufgeben. Er kam ins Altenpflegeheim, wo er, trotz seiner Einschränkungen, der Musik treu blieb. Er begleitete - auch noch einen Tag vor seinem Tod - einen kleinen Heimchor auf dem Klavier.
Wer Reinhardt Malenke kannte, weiß dass er nicht der einfachste Weggefährte war. Manchmal brummig, manchmal knallhart ehrlich konnte er auch abweisend wirken, aber wem er sein Herz schenkte, der konnte auf ihn zählen.
Ja es gibt Menschen, die ihre Lebensmelodie laut und für alle hörbar singen. Reinhardt Malenke sang sie eher leise - ohne Klimbim, sondern einfach so, wie er war. Man musste gut hinhören, um sie wahrzunehmen, aber wenn man es tat, dann wurde man beschenkt durch sein Da-sein. (Cornelia und Martin Pickel)
Das Requiem für Herrn Reinhardt Malenke feiern wir am Freitag, 13.März 2026, um 9:00 Uhr in der Katholischen Kirche Heilig Kreuz (Markt) in Aschersleben. Die Beerdigung finden um 10:30 Uhr auf dem Friedhof in Aschersleben (Schmidtmannstraße 40) statt.
Magdeburg, den 4. März 2026
Thomas Kriesel, Ordinariatsrat
Quelle: Bistum Magdeburg, Pressestelle, presse@bistum-magdeburg.de, 0391-5961134



