
Bildrechte / Quelle: Bistum Magdeburg
Unabhängige AufarbeitungskommissionJahresbericht 2025 übergeben
Erscheinungsdatum: 11. Mai 2026
Der Jahresbericht 2025 der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bistum Magdeburg (UAK) wurde am Montag, dem 4. Mai 2026, vorgestellt und offiziell an Bischof Gerhard Feige übergeben. Im Mittelpunkt der Übergabe standen die bisherigen Fortschritte in der Aufarbeitung sowie die Herausforderungen in der Prävention.
Der Vorsitzende der Kommission, Winfried Schubert, eröffnete die Übergabe mit einem Zitat des Schriftstellers Siegfried Lenz: „Vergangenheit hört nicht auf. Sie prüft uns in der Gegenwart.“ Mit Blick auf die Arbeit der vergangenen Jahre betonte der Vorsitzende die Bedeutung von Transparenz. Entscheidend sei vor allem der richtige Umgang mit den Erkenntnissen und Erfahrungen der Vergangenheit. Die Kommission habe versucht, diesen Weg konsequent weiterzugehen.
Dank für die wichtige Arbeit
Bischof Gerhard Feige dankte der Kommission ausdrücklich für ihre wichtige Arbeit. Zugleich kündigte er an, den Jahresbericht noch genauer zu studieren. Der erste Blick in den Bericht mache deutlich, dass insbesondere im Bereich der Prävention Nachbesserungsbedarf besteht. Es müsse weiterhin daran gearbeitet werden, Bewusstsein zu schaffen und Präventionsmaßnahmen nachhaltig zu verankern, so der Bischof. Zudem verwies er darauf, dass die Stelle des Interventionsbeauftragten derzeit neu besetzt werden solle.
Das Kommissions-Mitglied Wolfgang Stein sprach von einem „enormen Schritt der katholischen Kirche hin zu Intervention und Prävention“. Die vergangenen Jahre hätten wichtige Veränderungen angestoßen und gezeigt, dass Verbesserungen möglich seien. „Aus der MHG-Studie 2018 wurden viele Konsequenzen gezogen“, so Stein. „Die Aufarbeitung geht nun langsam zu Ende, doch die Prävention geht weiter.“
Auch der Theologe und Kommissionsmitglied Werner Theisen zog eine positive Bilanz. Die Aufarbeitungsarbeit der vergangenen Jahre habe durchaus etwas bewirkt. Besonders wichtig sei die Öffentlichkeitsarbeit gewesen, durch die die Themen Aufarbeitung und Prävention stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt seien. Dennoch sei es für Betroffene weiterhin schwer, sich zu „outen“. Oft wisse nicht einmal das familiäre Umfeld von den Missbrauchserfahrungen. Hier müsse die gesamte Gesellschaft ermutigen, über die Erfahrungen zu sprechen.
Die Kommission kündigte an, ihre Arbeit zum 31. Dezember 2026 zu beenden. Bis dahin soll noch ein Abschlussbericht vorgelegt werden.
Quelle: Bistum Magdeburg, Pressestelle, presse@bistum-magdeburg.de, 0391-5961134




