map_simpleBistumskarte
Menschen reden miteinander
Diskussion an den Tischen: "Was bewegt mich? Was bewegt das Bistum?"
Bildrechte / Quelle: Bistum Magdeburg

Vierte VollversammlungBistumsrat stellt Weichen für die Zukunft

Unter dem Motto „Schöpferische Minderheit konkret“ widmete sich der Bistumsrat Magdeburg in seiner vierten Vollversammlung am 26. September 2026 im Magdeburger Roncalli-Haus einen Tag lang den drängendsten Zukunftsfragen der Diözese. Außerdem sprach er sich für die Fortsetzung der Initiative „BEWUSST WÄHLEN!“ aus, informierte zur Bischofsnachfolge und zum Predigtdienst für Laien.

Erscheinungsdatum: 29. September 2026

Unter dem Motto „Schöpferische Minderheit konkret“ widmete sich der Bistumsrat Magdeburg bei seiner vierten Vollversammlung am 26. September 2026 im Magdeburger Roncalli-Haus einen Tag lang den drängendsten Zukunftsfragen der Diözese. Als spiritueller Impuls diente das Gleichnis vom Sämann (Mk 4,1–9), anhand dessen die Mitglieder des Bistumsrats die Entwicklung des Bistums seit 1991 reflektierten. „Dem Präsidium war wichtig, Synodalität nicht nur zu besprechen, sondern spürbar zu praktizieren“, betont Co-Präsidentin Dr. Daniela Bethge. „Durch die enge Verknüpfung von geistlicher Begleitung und Moderation – professionell gestaltet von Angela Jarski und Markus Konkolewski – ist uns das hervorragend gelungen.“

In Kleingruppen erarbeiteten die Teilnehmenden konkrete Themenfeldern mit bistumsweiter Relevanz, bei denen sie sich persönlich einbringen wollen. Daraus entstanden Initiativen für künftige Arbeitsgruppen – darunter Engagement für Geflüchtete, offene Kirchentüren, Stärkung und Begleitung des Ehrenamts, Kinder- und Jugendarbeit, Vernetzung kirchlicher Akteure sowie Kirchenmusik.

Eine Frau spricht am Mikrofon
Vera Weiß trägt ihren Antrag vor. Bildrechte / Quelle: Bistum Magdeburg

„BEWUSST HANDELN!“

Der Bistumsrat des Bistums Magdeburg sprach sich zudem für die Fortsetzung des gesellschaftlichen Engagements aus. Auf Antrag von Bistumsratsmitglied Vera Weiß aus Aken nahm das Synodalgremium die Initiative den Antrag „BEWUSST HANDELN!“ an. Mit „BEWUSST HANDELN!“ soll die Initiative „BEWUSST WÄHLEN“ über die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hinaus fortgeführt werden. Ziel ist es, den Einsatz für Menschenwürde, Nächstenliebe, Solidarität und Dialog als Grundlage des gesellschaftlichen Zusammenlebens dauerhaft zu stärken. „Gegen die Realität hilft kein Wünschen. Sie stellt Aufgaben“, zitierte Vera Weiß den Theologen Rainer Bucher.

Beratungen zur Bischofsnachfolge

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Vorbereitung der Bischofswahl. Dr. Bernhard Scholz, Mitglied des Domkapitels, und Iris Wiese, Mitglied des Bistumsrats, berichteten über ihre Erfahrungen in den gemeinsamen Beratungen des Domkapitels zur Nachfolge von Bischof Dr. Gerhard Feige, der Papst Leo XIV, zum 19. November um Entpflichtung gebeten hat. Dann wird Bischof Feige 75 Jahre alt.

Ein Mann spricht an einem Mikrofon
Domkapitular Dr. Bernhard Scholz Bildrechte / Quelle: Bistum Magdeburg

Beim ersten Treffen am 18. April 2026 hätten sich die Beteiligten zunächst mit dem Profil eines künftigen Bischofs beschäftigt, so Scholz. „Dabei wurden unter anderem geistliche Tiefe, Mut, Klarheit und Realitätssinn als wichtige Eigenschaften benannt“, berichtete Scholz. Auch die besonderen Herausforderungen des kleinen Bistums Magdeburg, die Fähigkeit zum Brückenbauen und Entscheiden sowie eine synodale Arbeitsweise hätten eine Rolle gespielt. Zudem sei der Wunsch nach einem besonderen Blick für jüngere Menschen formuliert worden.

Bei einem zweiten Treffen am 19. September 2026 seien Vorschläge gesammelt worden. „Das Domkapitel berücksichtigt diese bei der weiteren Vorbereitung. Mindestens zwei Vorschläge sollen schließlich an den Apostolischen Nuntius weitergeleitet werden“ so Domkapitular Scholz.

Aus Sicht des Bistumsrats thematisierte Mitglied Iris Wiese die Erwartungen an den künftigen Bischof und die Perspektiven der Laien. Dabei verwies sie auf die Herausforderungen einer Kirche, die von Zugezogenen geprägt sei und sich zugleich als Diasporakirche mit finanziellen Schwierigkeiten verstehe.

Haushaltsplanung 2027

Ordinariatsrat Carsten Bauer stellte im weiteren Verlauf der Sitzung die Grundsätze und Leitlinien für die Haushaltsplanung 2027 vor. Bei den Kirchensteuereinnahmen ist eine kaufmännisch vorsichtige Planung vorgesehen. Die Staatsleistungen sollen auf dem Niveau von 2026 zuzüglich der Tarifsteigerungen angesetzt werden. Für den Strukturbeitrag wird die Zusage des Verbands der Diözesen Deutschlands (VDD) zugrunde gelegt.
Bei den Personalkosten rechnet das Bistum mit einer Tarifsteigerung von 3,5 Prozent, für Priester mit 2,8 Prozent. Die Erlöse aus der Kita-Geschäftsbesorgung und dem Jugendbildungshaus sollen höher ausfallen als 2026. Auch die sonstigen Einnahmen, darunter Personalkostenerstattungen für Seelsorger, werden leicht höher veranschlagt.

Auf der Ausgabenseite sind weitere Einsparungen vorgesehen. So sollen die Pflichtbaurücklagen reduziert werden, da mehr als die Hälfte der Immobilienkonzepte neu bestätigt wurde und der Gebäudebestand verkleinert beziehungsweise umgenutzt wird. Auch die Haushaltszuschüsse für Verbände, Vereine, Stiftungen und Gesellschaften werden entsprechend den Beschlüssen des Haushaltssicherungsprozesses gekürzt. Die übrigen Aufwendungen, etwa für Verwaltung, Fortbildungen und Digitalisierung, sollen auf dem Niveau des Vorjahres bleiben.

Der Haushaltsplan 2027 wird den Gremien voraussichtlich mit einem Überschuss vorgelegt. Dieser soll erneut in den Priesterpensionsfonds fließen und für die Instandhaltung von Gebäuden eingesetzt werden.

Predigtdienst von Laien

Der Bistumsrat befasste sich außerdem mit einer Rahmenordnung und einer Ausbildungsordnung für den Predigtdienst von Laien. Diakon Dr. Thomas Pogoda stellte die ausgearbeiteten Ordnungen vor. Sie knüpfen an einen Hinweis des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung vom 17. Juni 2026 an, der auf bereits bestehende Möglichkeiten zur Verkündigung durch Laien außerhalb der Homilie in der Eucharistiefeier verweist.

Der neue Dienst geht über die bisherigen Aufgaben der Gottesdienstbeauftragten hinaus. Vorgesehen sind ein begleitender Mentor sowie eine Befristung auf fünf Jahre mit anschließender Evaluation.

Im Bistum Magdeburg übernehmen Frauen und Männer ohne Weihe bereits heute vielfältige Aufgaben in der Verkündigung. Dazu gehören insbesondere die Gottesdienstbeauftragten, die in Wort-Gottes-Feiern regelmäßig die Schrift ausleg

Generalvikar Thomas Kriesel
Bildrechte / Quelle: Bistum Magdeburg

en. Derzeit engagieren sich 163 Personen regelmäßig als Leiterinnen und Leiter solcher Feiern. Die Fachakademie für Gemeindepastoral sowie hauptberufliche Seelsorgerinnen und Seelsorger begleiten sie bei dieser ehrenamtlichen Tätigkeit.

Bischof Dr. Gerhard Feige dankte der Arbeitsgruppe für ihren langen Atem und nahm die hervorragend ausgearbeiteten Ordnungen entgegen. Er wird diese zeitnah im Amtsblatt veröffentlichen und äußerte die Hoffnung sowie Zuversicht, dass sich Menschen finden, die bereit sind, diesen Dienst zu übernehmen. Damit geht ein langer Weg zur Beteiligung Getaufter an der Verkündigung im Bistum Magdeburg in die nächste Etappe.

Kita-Zweckverband

Über den geplanten Kita-Zweckverband im Bistum Magdeburg informierte Generalvikar Thomas Kriesel. Aufgrund notwendiger Überarbeitungen des Satzungsentwurfs und der Zusatzvereinbarung sowie erforderlicher Abstimmungen mit den Landesbehörden könne der bisherige Zeitplan nicht eingehalten werden. „An dem Ziel einer neuen Trägerstruktur, die die Pfarreien und Kirchenvorstände entlasten und die Kindertageseinrichtungen als pastorale Orte stärken soll, hält das Bistum aber fest“, so Kriesel. 

Außerdem informierte Generalvikar Kriesel darüber, dass im Bischöflichen Ordinariat die Stelle eines Verwaltungsleiters/in geschaffen werden soll, der/die die rechte Hand des Generalvikars wird. 

Ein „kleiner König“ als Zeichen der Wertschätzung

Es war die letzte Vollversammlung des Bistumsrats mit Bischof Dr. Gerhard Feige; in der Sedisvakanz wird der Diözesanadministrator seinen Platz im Präsidium übernehmen. Der Bistumsrat Magdeburg überreichte zusammen mit einer Grußbotschaft von Ralf Knoblauch ein symbolisches Geschenk: eine Holzfigur des Diakons und Holzbildhauers Ralf Knoblauch (Bonn)– einen sogenannten „kleinen König“. Der König steht als Sinnbild für die unantastbare Würde jedes einzelnen Menschen, unabhängig von Herkunft, Glaube oder persönlicher Haltung.

Der Bischof hält eine kleine Königsfigur
Bildrechte / Quelle: Bistum Magdeburg

Mit der Übergabe würdigt der Bistumsrat den langjährigen und nachhaltigen Einsatz des Bischofs für Menschlichkeit, gesellschaftliche Solidarität und den Schutz demokratischer Werte. Geradlinig und engagiert hatte Bischof Feige – unter anderem im Vorfeld der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt – stets betont, wie wichtig Zivilcourage, dialogbereite Debattenkultur und gegenseitiger Respekt für den Zusammenhalt in der Gesellschaft sind. Der „kleine König“ soll Bischof Dr. Gerhard Feige auf seinem weiteren Weg als Dankeschön begleiten und daran erinnern, dass wahre Größe nicht in Macht begründet liegt, sondern im Eintreten für die Würde des Menschen. Für den neuen Lebensabschnitt wünscht der Bistumsrat Bischof Dr. Gerhard  Feige im Namen aller Mitwirkenden Gesundheit, Zuversicht und Gottes Segen.

Hintergrund

Der Bistumsrat ist das Synodalgremium des Bistums Magdeburg. Laut Satzung soll der Bistumsrat vor allem Beschlüsse mit bistumsweiter Tragweite fassen, zum Beispiel Schwerpunkte in der Pastoral, Grundsätze des Haushalts, Grundsätze der Eröffnung oder Schließung von bistumseigenen Einrichtungen, Mitarbeiter-Einsatz oder Grundsätze der Immobilienbewirtschaftung.

Zudem soll der Bistumsrat Empfehlungen aussprechen, unter anderem zu Vorschlägen für die Wahl eines neuen Bischofs, der Zusammenlegung oder Auflösung von Pfarreien, Änderungen des Gesetzes über die Verwaltung des Kirchenvermögens (KVVG) sowie grundlegende Änderungen der Organisationsstruktur der Gremien oder der Leitungsebene im Bistum.

Die nächste Vollversammlung des Bistumsrats ist für den 20. Februar 2027 im Roncalli-Haus in Magdeburg vorgesehen.

*Hinweis: Artikel wurde KI-unterstützt erstellt

Rahmenordnung für den Predigtdienst

Ausbildungsordnung für den Predigtdienst

Quelle: Bistum Magdeburg, Pressestelle, presse@bistum-magdeburg.de, 0391-5961134

Ein Mann spricht in ein Mikrofon
Eine Gruppe von Menschen sitzt an Tischgruppen
Ein Mann steht an einer Tischgruppe und redet
Eine kleine Tischgruppe unterhält sich
Eine kleine Gruppe an Menschen unterhält sich an einem Stehtisch
Eine Gruppe Menschen bei einer Abstimmung hebt die Hände
Eine Frau am Mikrofon
Ein Mann spricht
Eine Frau am Mikrofon
Menschen in einem Raum
Menschen reden miteinander
Gottesdienst
Menschen in einem Raum
Menschen an Stehtischen
Menschen in einem Saal
Eine Videobotschaft auf einer Leinwand

Themen und Partnerportale