Bistumskarte

Von guten Menschen und Alltags-Samaritern

Neujahrsempfang des Bistums Magdeburg stand ganz im Zeichen der Nächstenliebe

Dankbar und auch ein wenig stolz zeigte sich Bischof Dr. Gerhard Feige über das breitgefächerte Angebot und die Dienstleistungen, die Mitarbeiter und Ehrenamtliche im Bistum Magdeburg in Namen der Caritas für die Menschen leisten. Zum diesjährigen Neujahrsempfang hatte der Bischof Mitarbeiter verschiedener Caritaseinrichtungen, Ehrenamtliche aus den Pfarreien, die sich für caritative Projekte engagieren und Diakone geladen.

In seiner Ansprache dankte er für das Engagement und den Einsatz für den Dienst am Nächsten. „Dieser Dienst am Leben und an der Würde der Menschen scheint mir in unserer Zeit notwendiger denn je zu sein. Es gibt, so heißt es in der Caritas-Kampagne 2020, „immer lauter werdende, menschenverachtende und intolerante Gruppen und Organisationen“. Dies gefährdet aber den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Mehr denn je braucht es Zeichen der Solidarität und der Nächstenliebe. Doch solidarisch handelnde Menschen sind derzeit oft Stalking und Beschimpfungen, wenn nicht gar Hassparolen ausgesetzt und werden als „Gutmenschen“ diffamiert. Umso wichtiger ist die Anerkennung und Ermutigung all derer, die sich in ihrem Engagement nicht beirren lassen. „Sei gut, Mensch!“ – so hat die Caritas deshalb ihre diesjährige Kampagne überschrieben.“

Zum diakonischen Handeln gehöre aber noch mehr, so der Bischof. „Jesus Christus war nicht nur Diakon, der sich dem einzelnen helfend und heilend zuwendet, sondern auch Prophet. Der Prophet aber spricht (auch) für diejenigen, die keine Stimme haben; er tritt für die ein, die sich selber kein Gehör verschaffen können. Er benennt ungerechte Strukturen und Missstände. Gerade der Caritasverband sieht es deshalb seit seiner Gründung im 19. Jahrhundert auch als seine Aufgabe an, aus christlicher Gesinnung in die Gesellschaft hinein zu wirken. Deshalb bringt sich der Verband immer wieder auch in die politische Diskussion ein.“

Das diakonische Handeln lebe zudem von verschiedenen Berufungen und Aufgaben. Von den haupt- und ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern bis hin zu den Diakonen. „Die Kirche braucht all diese Dimensionen, um ihren Auftrag gut erfüllen zu können, um als Ganze „Zeichen und Werkzeug“ des Reiches Gottes zu sein (vgl. LG 1). Es braucht auf der einen Seite die „Samariter im Alltag“ (Caritas-Kampagne 2020), es braucht in unserer Gesellschaft aber auch spezifisch ausgebildete und beruflich kompetente Menschen. Diese können die Ehrenamtlichen wiederum ermutigen, begleiten und unterstützen. In einer Zeit, in der sich die Gestalt unserer Gemeinden und Pfarreien tiefgreifend verändert, wird dieses Zueinander von professioneller und gemeindlicher Caritas immer bedeutsamer, damit auch gerade die Kirche vor Ort eine diakonische Kirche sein kann. Und in alledem bedarf es auch des Amtes des Diakons – und warum nicht eines Tages auch der Diakonin? – die zeichenhaft diesen Auftrag der Kirche verkörpern.“

Die Moderatoren Klaus Tilly und Stefan Zowislo führten die Gäste auf einer kleinen Fahrradreise durch das Bistum und stellten in kurzen Interviews die vielfältigen caritativen Angebote vor. Dazu gehörte die Arbeit aus den ctm-Behinderteneinrichtungen in Schelkau,  vertreten durch Beatrix Öttel und Stefan Köhler genauso wie die Caritasarbeit im Dekanat Torgau, vertreten durch Philipp Ritz, Caritas Regionalstellenleiter und Tobias Gehrmann von der ctm Delitzsch. Streetworker Mario Kabisch-Böhne stellte das Jugendprojekt „Die Brücke aus Weißenfels vor und Diakon Christoph Tekaath die diakonische Arbeit der Jugendpastoral im Bistum.

Diakon Reinhard Feuersträter berichtete über die Arbeit in der Klinikseelsorge und die Seelsorgeambulanz, während Katrin Leuschner das ehrenamtliche Engagement der Malteser vorstellte. Zu den wichtigen caritativen Angeboten gehören auch das Frauenhaus in Ballenstedt, vertreten durch Jolanta Richter und die Caritas Wärmestube in Halberstadt, über die Maria Oppermann erzählt.

Bischof Feige dankte den fast 200 Engagierten stellvertretend für die Tausenden Ehren- und Hauptamtlichen der Caritas im Bistum Magdeburg von ganzem Herzen für Ihren Einsatz. „Sie alle tragen auf Ihre Weise dazu bei, dass wir auch in Zukunft friedlich und gerecht miteinander in dieser unserer Gesellschaft leben können. Dafür sei Ihnen heute einmal ausdrücklich und von Herzen gedankt. Möge Ihnen immer neu die Kraft zuwachsen, sich leidenschaftlich und gelassen zugleich zu engagieren – und mögen Sie selbst in der Begegnung mit denen, für die Sie da sind, reich beschenkt werden.“

Ansprache Bischof Feige

(Sus/Sperling)

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