Bistumskarte

Auf dem Weg des Glaubens

Tauf- und Firmbewerber Gottesdienst im Bistum Magdeburg

Die einen haben schon als Kind gebetet, auch wenn sie in einem nicht-christlichen Haushalt aufgewachsen sind, die anderen wurden für ihre Neugier am christlichen Glauben verhaftet. Manchmal waren es auch persönliche Krisen und Schicksalsschläge oder der tägliche Umgang mit Leben und Tod als Arbeitsalltag. So unterschiedlich die persönlichen Glaubenserfahrungen der Einzelnen auch sind, Bischof Dr. Gerhard Feige dankte den Tauf- und Firmbewerbern für ihren Mut und ihre Offenheit, ihre Geschichten zu erzählen.

Am Sonnabend vor dem 1. Fastensonntag kamen knapp 30 Erwachsene und ihre Paten aus dem Bistum Magdeburg zusammen. Sie alle wollen sich an Ostern taufen oder firmen lassen oder sind zum katholischen Glauben konvertiert. Viele erzählen, wie ihnen die Gemeinschaft mit anderen Christen geholfen habe, ihren persönlichen Glaubensweg gefunden zu haben.

„Die Kirche erlebt in diesen Tage viele Ab-, Um- und Aufbrüche“, so Bischof Feige, „überall ist vom Versagen der Kirche zu lesen. Umso erstaunlicher ist es, dass Sie sich der Kirche zuwenden. Das macht Mut!“  Er selbst sei jüngst bei einer Veranstaltung von emeritierten Wissenschaftlern herausgefordert worden mit der Frage: „An was für einen Gott glauben sie eigentlich?“ Der Bischof beschrieb in seiner Predigt die unterschiedlichen Bilder und Zerrbilder, die es von Gott gibt. Sei es himmlischer Polizist, Kinderschreck oder Verursacher von Allem. „Für uns Christen ist es aber zu wenig, einfach nur von Gott zu denken. Das besondere ist doch, dass Er in unser Leben getreten ist. Gott selbst ist Mensch geworden!“

Die Glaubenszeugnisse der Anwesenden, wie Gott in Ihr Leben getreten ist, gehen unter die Haut. Sarah beispielsweise findet, dass es nie zu spät sei, zu Gott zu finden. Sie arbeitet im Rettungsdienst und hat über den Arbeitsalltag und die Konfrontation mit dem Tod zum Glauben gefunden. Dirk und Jens hatten wie andere mit schweren Schicksalsschlägen zu kämpfen. Als Jens am Grab seiner verstorbenen Lebensgefährtin stand, spürte er eine Wärme, die ihm Halt und Trost gab. Durch die Gemeinschaft und die Vorbilder mit anderen Christen habe er später auch die Kraft bekommen und möchte sich nun taufen lassen.

Auch die Geschichte einer Familie aus Irans Hauptstadt Teheran rührt viele im Raum. Die Frau wird durch eine armenische Freundin an den christlichen Glauben herangeführt und besucht heimlich im Iran eine Hauskirche im Untergrund. Sie wird erwischt und muss in Haft. Sie hat Glück und kommt nach wenigen Tagen frei, aber ihr Mann ist jetzt so solidarisch mit seiner Frau, dass er selbst eine Hauskirche im Untergrund gründet. Aber auch dieser Ort wird von der Polizei gefunden und so müssen die beiden mit ihren Kindern fliehen. Jetzt können sie in Deutschland getauft werden.

Wie wichtig Freunde, Partner und Familie sind, davon berichten auch andere Täuflinge. Denn die Gespräche mit ihnen haben sie alle Gott näher gebracht. Aber auch die Ordensfrauen und –männer und Priester der Gemeinden haben bei vielen Glaubensgesprächen und bei der Beantwortung vieler Fragen geholfen und den Entschluss gestärkt.

Bischof Feige, der selbst an Ostern drei der Bewerber Taufen wird, wünschte allen Gottes Segen auf ihrem Weg des Glaubens.

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