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Herzmitte der Verkündigung

Kreuz aus der Kapelle der Elisabeth-Schwestern kehrt nach Hedersleben zurück

Das Kreuz aus der Kapelle der Elisabeth-Schwestern im St. Elisabeth und St. Barbara-Krankenhaus in Halle kehrt zurück an seinen Ursprungsort in die evangelische Kirche St. Trinitatis in Hedersleben. Dort war es von 1715 bis 1972 Teil eines barocken Altars. Nach dem Zusammenbruch des Altars gelangte es nach Halle und war 45 Jahre lang sichtbarer Mittelpunkt in der Schwesternkapelle. Nach Auflösung des Klosters und Profanierung der Klosterkirche ist es im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes nun nach Hedersleben an seinen Ursprungsort zurückgeführt.

Propst Reinhard Hentschel überbrachte das Kreuz ganz persönlich. „Dieses Kreuz nun, das wir hier wieder begrüßen, ist mir von Kindheit an vertraut und bekannt. Es gehörte einst zu einem barocken Kanzelaltar aus dem Jahr 1715 und war der optische Mittelpunkt, der über der Kanzel angebracht war: Und wenn wir so wollen: Es war das sichtbare Logo, das an die Herzmitte jeder Verkündigung erinnerte und darauf hinwies.“

Das Kreuz sei für alle Christen gleich welcher Konfession das Zeichen der unsterblichen Liebe Gottes, die Elend, Hass und Egoismus der Menschheit durchgestanden hat. Es künde von einer erlösten Welt, so Hentschel in seiner Predigt. „Über 45 Jahre war das Kreuz aus Ihrer Kirche nach einem Weg, der sich nicht mehr in allen Stationen nachzeichnen lässt, sichtbarer Mittelpunkt in der Kapelle der Schwestern von der Heiligen Elisabeth in Halle. Vor und unter diesem Kreuz haben sich die Schwestern täglich zur Feier der Eucharistie und zur Tagzeitenliturgie versammelt. Vor diesem Kreuz haben die Novizinnen ihre Gelübde abgelegt und die Jubilarinnen die Gelübde an ihren Festen erneuert.“

„Das Kreuz“, so Hentschel, „mit seiner bewegten Geschichte verbindet die Christglaubenden über Jahrhunderte und über die Konfessionen hinweg. Es ist das Zeichen des Heils, das von Gott kommt und unserer gemeinsamen Hoffnung.“

„Alle Schwestern aus Halle haben sich sehr gefreut, als sie hörten, dass nach ihrem Weggang aus Halle das schöne Kreuz an seinem ursprünglichen Ort zurückkehren sollte“, sagte Schwester Dominika Kinder in einem Grußwort bei dem ökumenischen Gottesdienst in Hedersleben. „Das Kreuz ist für uns ja nicht irgendein Bild, ein Kunstgegenstand wie viele andere auch. Es ist Zeichen, Symbol, Hinweis auf eine tiefere Wirklichkeit“.

„Ein Kreuz ist also so etwas wie ein Schlüsselloch. Wenn wir hindurch blicken - nicht nur einmal und nur so nebenbei, sondern immer wieder, mit echtem Interesse und Neugier - können wir etwas von der Tiefe und Weite der barmherzigen Liebe unseres Gottes erahnen. Das Anschauen dieses Bildes bringt uns aber nicht nur mehr Wissen und Kenntnisse über Gott und die Welt, über den Sinn unseres Daseins und die Zukunft der Menschheit. Die Anschauung des Gekreuzigten verwandelt uns auch“, so die Schwester in Anspielung auf einen Liedvers.

Verwandlung durch Anschauung sei nichts Ungewöhnliches, das sei bei jedem Bild so. „Jedes Bild, dem wir uns aussetzen, will und soll uns verändern – unser Verhalten, unsere Meinung, unsere Gefühle. Die Werbung und jeder Wahlkampf leben davon. Wir haben keine Macht, uns diesem Einfluss zu entziehen. Wir haben nur die Macht zu entscheiden, welchen Bildern wir uns bewusst aussetzen.“

Und so könne das Kreuzesbild so etwas wie ein „Gegenbild“ sein, das davor bewahre, dem Einfluss der vielen anderen Bilder total zu verfallen. „Das Kreuz bringt uns immer wieder in die richtige Richtung, es richtet uns auf und es richtet uns aus – hin zum Leben, zur Gemeinschaft, zu Wahrheit und Gerechtigkeit, zu mehr Frieden und mehr Freude.“

„Alle Schwestern, die in Halle vor diesem Kreuz gebetet haben, wünschen den Christen in der Gemeinde St. Trinitatis in Hedersleben und allen Besuchern dieser Kirche, dass Sie durch die Anschauung dieses Bildes Kraft und Zuversicht gewinnen für ihr Leben und dass es sie verwandelt zu mehr Lebendigkeit, zu größerer Freiheit und mehr Liebesfähigkeit.“

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