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Menschen auf einer Wiese

Motto: „Du sollst ein Segen sein“3.000 Menschen feiern Bistumswallfahrt

Erscheinungsdatum: 5. September 2026

Rund 3.000 Menschen haben am Sonntag, dem 06. September 2026, die Bistumswallfahrt des Bistums Magdeburg auf der Huysburg gefeiert. Die Wallfahrt stand in diesem Jahr unter dem Motto „Du sollst ein Segen sein“ und fiel mit der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zusammen. Bischof Gerhard Feige betonte in seiner Begrüßung: „Wir starren heute nicht wie das Kaninchen auf die Schlange. Wir vergewissern uns unserer Gemeinschaft und vertrauen auf Gott, der uns durch die Zeit führt, egal, was kommen mag.“

Er nahm den besonderen Wahltag zum Anlass, in seiner Predigt zu gesellschaftlicher Verantwortung, Menschenwürde und einem menschenfreundlichen Miteinander aufzurufen. „‚Bewusst wählen!‘ Das endet nicht am heutigen Tag, sondern bleibt auch zukünftig eine andauernde Herausforderung, an jedem Tag und an jedem Ort“, sagte Bischof Feige in seiner Predigt. Er dankte allen, die sich für Menschenwürde, Nächstenliebe, Solidarität und Dialog einsetzen. Gerade angesichts gesellschaftlicher Spannungen und zunehmender Ausgrenzung sei es wichtig, Haltung zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen.

Bischof Feige bei einer Predigt
Bildrechte / Quelle: Bistum Magdeburg

Wahl und Wallfahrt

Die Bistumswallfahrt hatte bereits im Vorfeld dazu aufgerufen, die Teilnahme an der Wahl und den Besuch der Wallfahrt miteinander zu verbinden und eine geeignete Form der Stimmabgabe zu nutzen – etwa die Briefwahl oder die Wahl vor beziehungsweise nach der Wallfahrt.

Bischof Feige warnte in seiner Predigt vor einem gesellschaftlichen Klima, in dem Vorurteile, Abgrenzungen und Eigeninteressen zunähmen. „Gegenwärtig heißt das wohl in besonderer Weise, dem nationalistischen und fremdenfeindlichen Ungeist zu widerstehen“, sagte er. Christsein bedeute, sich nicht nur mit den eigenen Interessen zu beschäftigen, sondern Verantwortung für andere und für die Gesellschaft zu übernehmen. „Schließlich ist Christsein nicht nur eine Weltanschauung, sondern auch oder vor allem eine Lebensweise“, betonte Feige. Kirche sei „kein Verein, der lediglich um sich selbst kreist, sondern eine Bewegung und Gemeinschaft, die dazu berufen und gesandt ist, dem Heil aller Menschen zu dienen“.

„Du sollst ein Segen sein“

Das Motto der Wallfahrt nahm Bezug auf die biblische Botschaft der Seligpreisungen und den Gedanken, dass Gottes Zusage Menschen zum Handeln für andere befähigt. Bischof Feige betonte: „Bevor wir gut handeln können, handelt Gott schon an uns.“ Die Zuneigung Gottes hänge nicht davon ab, dass Menschen zuvor etwas leisten oder fehlerfrei leben müssten.

Aus dieser Zusage erwachse zugleich die Freiheit und die Verantwortung, sich für eine gerechtere und barmherzigere Welt einzusetzen. Wer sich von Gott getragen wisse, könne selbst zum Segen für andere werden.

Wie das konkret aussehen kann, beschrieb der Bischof mit Blick auf das gesellschaftliche Miteinander: Menschen sollten andere nicht herabwürdigen und ausgrenzen, sondern sich für „ein tolerantes, menschenfreundliches und weltoffenes Miteinander einsetzen“.

Am Ende seiner Predigt ermutigte Feige dazu, gerade in schwierigen Zeiten nicht den Mut zu verlieren: „‚Du sollst ein Segen sein!‘ Das zu leben, war schon bislang nicht unbedingt einfach. Nunmehr aber ist es unter verschärfteren Bedingungen eine noch größere Herausforderung für uns alle – jedoch die allein wirklich überzeugende und heilsame Alternative in den Auseinandersetzungen unserer Zeit.“

Weltkirche und Ökumene auf der Huysburg

Die Wallfahrt brachte Menschen aus dem Bistum und darüber hinaus zusammen und machte zugleich die weltkirchliche und ökumenische Verbundenheit sichtbar. Zu den Gästen gehörten unter anderem Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz aus dem Erzbistum Paderborn, die litauischen Bischöfe Dr. Jonas Ivanauskas und Dr. Algirdas Jurevičius, Bischof Dr. Jan Vokál aus dem tschechischen Bistum Hradec Králové sowie Bischof Franck Henri Javary aus dem französischen Bistum Châlons. Auch Bischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger aus dem Bistum Hildesheim nahm an der Wallfahrt teil.
Die ökumenische Verbundenheit wurde durch Landesbischof Friedrich Kramer von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Oberkirchenrat Matthias Kopischke von der Evangelischen Landeskirche Anhalts und Pfarrer Jürgen A. Dittrich von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Sachsen-Anhalt deutlich. Prior Br. Jakobus Wilhelm OSB vertrat die Benediktinergemeinschaft des Klosters Huysburg.

Eine besondere Begegnung war die Möglichkeit zum Gespräch mit Henriette Kretz, Holocaust-Zeitzeugin aus Antwerpen. Ihr Lebenszeugnis steht für die Erinnerung an die Folgen von Menschenverachtung, Ausgrenzung und nationalistischem Denken.

Segen weitergeben

Auch die Sternsingerinnen und Sternsinger waren Teil der Wallfahrt. Mit ihren Kronen zogen sie in den Gottesdienst ein und machten damit sichtbar, was das Motto „Du sollst ein Segen sein“ bedeutet: Gottes Segen empfangen und ihn an andere weitergeben.

Die rund 3.000 Wallfahrtsgäste kamen zu einem gemeinsamen Picknick und zur Begegnung zusammen. Am Nachmittag standen Menschenwürde und Solidarität im Mittelpunkt. Eine Andacht mit Musik, Segen und Sendung bildete den Abschluss des Wallfahrtstages. Symbolisch wurden Schirme verteilt, um unter dem Segen Gottes beschützt zu sein.

Predigt von Bischof Feige

Quelle: Bistum Magdeburg, Pressestelle, presse@bistum-magdeburg.de, 0391-5961134


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