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Eine Frau lässt eine Riesenseifenblase entstehen
Riesen-Seifenblasen zogen beim Frauenfest 2026 über den Klosterhof.
Bildrechte / Quelle: Bistum Magdeburg

Frauenfest 2026 im Kloster HelftaFür offene, fröhliche Herzen

Rund 400 Frauen und Männer haben am 13. Juni 2026 ein buntes Frauenfest im Kloster Helfta gefeiert. Unter dem Motto „Lass Dich nicht verhärten“ flogen Seifenblasen durch die Luft, ging es um die aktuelle politische Situation in Sachsen-Anhalt, gab es Körperübungen, um Stress abzubauen und so vieles mehr.

Erscheinungsdatum: 15. Juni 2026

„Atme helles Licht ein. Atme alles, was Dich beschwert aus.“ Zwanzig Frauen und ein Mann stehen im Kreis in einem lichtdurchfluteten Raum. Sie schwingen ihre Arme um sich, die Augen geschlossen, atmen, still und ruhig. „Capacitar“, heißt der Workshop beim Frauenfest im Kloster Helfta an diesem sonnigen Samstag im Juni 2026. Missio-Referentin Ayline Plachta erklärt, worum es geht: „Capacitar“sei eine Sammlung verschiedener Übungen, um gestressten oder traumatisierten Menschen zu helfen, sich zu beruhigen. Eigentlich eher angewandt in Afrika oder in Asien – nach Katastrophen, in Kriegssituationen. Sanfte Bewegungen, bewusstes Atmen, Momente der Stille und Meditation und Achtsamkeit. Es geht darum, Verhärtungen zu lösen, Lebendigkeit zu entdecken und offen zu bleiben für Gottes Gegenwart.

Zwei Frauen bei einer Partneruebung mit Hand-Auflegen
In der Capacitar-Partnerübung wird man durch Berührung beruhigt. Bildrechte / Quelle: Bistum Magdeburg

Diese Grundidee zieht sich wie ein roter Faden durch das Frauenfest in diesem Jahr. „Lass Dich nicht verhärten“ ist das Thema. Ein offenes Herz zu bewahren, auch in schwierigen Zeiten – darum geht es. Darauf macht nicht zuletzt auch ein besonderes Jubiläum aufmerksam: Seit 25 Jahren erinnert ein großer Rollstein auf dem Klostergelände an die Auferstehungserfahrung von Frauen zur Zeit Jesu. Organisiert ist das Fest, wie in jedem Jahr, vom Fachbereich Pastoral im Bistum Magdeburg.

Während beim Workshop „Singen für Lebendigkeit“ Stimmen und Herzen durch den gemeinsamen Gesang in Schwingung geraten, geschieht dies in der Gertrud Kapelle durch die einzigartigen Klänge, die die Musikerin Manuela Franke einer Handpan entlockt. An anderer Stelle werden Steine bemalt. Aus harten, kalten Fundstücken entstehen farbenfrohe Wegbegleiter mit Botschaften, die nach dem Frauenfest an unterschiedlichsten Orten weiterwandern sollen.

Auch die Geschichte einer besonderen Rückkehr bewegt die Besucherinnen und Besucher an diesem Tag: Mit der Präsentation eines Nachdrucks des berühmten Mechthild-Codex kehrt das „Fließende Licht der Gottheit“ symbolisch von der Schweizer Benediktinerinnenabtei Au in die Heimat der Mystikerin Mechthild von Magdeburg zurück. Die Übergabe des kostbaren Buches an das Bistum Magdeburg verbindet Vergangenheit und Gegenwart auf eindrucksvolle Weise.

Zwei Frauen an einem Stehtisch
Maria Faber (r.) berichtete über das Projekt, den Mechthild-Codex zu vervielfältigen und eine Kopie in das Bistum Magdeburg zu holen. Bildrechte / Quelle: Bistum Magdeburg

Von Herzen aus Stein und Herzen aus Fleisch

Im Abschluss-Gottesdienst mit Bischof Gerhard Feige ist die Lebendigkeit eines offenen Herzens massiv präsent. Der Mechthildsaal bebt und summt, als Band und Chor „YOSHua“ aus Halle neue geistliche Lieder singen. Laut hallt der Gesang der gesamten Gottesdienst-Gemeinde bis in die Vorhalle und auf den Klosterhof.

In seiner Predigt greift auch Bischof Feige das Motiv der Verhärtung auf. Ausgangspunkt ist ein medizinischer Vergleich: Menschen mit einer Verdickung des Herzmuskels, erklärter, wüssten, was es bedeute, wenn ein Herz an Elastizität verliere. Von dort führt er zur biblischen Botschaft des Propheten Ezechiel, der vom „Herz aus Stein“ spricht.

Gott, so der Bischof, verspreche seinem Volk die Erneuerung des Herzens. Das biblische Herz sei weit mehr als ein Organ; es stehe für den Mittelpunkt des Menschen, für Denken, Fühlen und Entscheiden. Wo Gott Verhärtungen löse, entstehe Nähe zu ihm. Und wo Nähe zu Gott wachse, könnten auch gesellschaftliche und persönliche Verhärtungen überwunden werden.

Gemeindereferentin Karoline Riese nimmt in der Tandem-Predigt diesen Gedanken auf und führt ihn anhand der Frauen am leeren Grab weiter. Sie erinnert daran, dass es gerade die Frauen waren, die sich trotz Trauer, Angst und Unsicherheit auf den Weg machten. Obwohl sie nicht wussten, wie der schwere Stein vor dem Grab bewegt werden sollte, gingen sie los. „Sie haben ihre Herzen nicht verhärten lassen und sind drangeblieben an Gottes Liebe“, betont Riese.

Bischof Feige bei einem Gottesdienst
Bischof Gerhard Feige hielt die Predigt gemeinsam mit Gemeindereferentin Karoline Riese (3.v.r.). Bildrechte / Quelle: Bistum Magdeburg

Dann schlägt sie den Bogen in die Gegenwart. Frauen seien bis heute oft diejenigen, die Verantwortung übernehmen, Angehörige pflegen, Familien zusammenhalten und Sorgearbeit leisten – häufig still, unsichtbar und bis an die Grenzen ihrer Kräfte. Gerade darin spiegelten sich Mut, Durchhaltevermögen und Vertrauen wider, wie sie auch die Frauen am Grab gezeigt hätten.

Demokratie braucht Menschlichkeit

Bereits zu Beginn des Frauenfestes hatte die Professorin Dr. Hildegund Keul einen deutlichen gesellschaftlichen Akzent gesetzt. Bezogen auf das Tagesthema warnte sie: „Eine Gesellschaft, in der alle Menschen nur auf ihre eigene Sicherheit bedacht wären und im ‚Rüstungsmodus‘ agieren würden, wäre eine inhumane, eine gnadenlose Gesellschaft.“ Angst vor der Zukunft sei häufig eine treibende Kraft. Gleichzeitig erinnerte sie daran, wie viele Sorgen sich im Nachhinein als unbegründet erwiesen.

Ihr Appell später dann in einer Gesprächsrunde mit Bischof Feige ist klar: „Bleibt menschlich! Wählt demokratisch!“ Demokratie sei die Gesellschaftsform, in der Menschenrechte eine Chance hätten. Wer sich nicht verhärten lasse, könne anderen in den Verwundbarkeiten des Lebens beistehen und dazu beitragen, dass keine gnadenlose Gesellschaft entstehe. Offenheit, Beweglichkeit und Berührbarkeit seien nicht nur gesellschaftlich notwendig, sondern machten auch das eigene Leben lebenswerter und leichter.

Menschenwürde leben – Verantwortung teilen

Diese Gedanken vertieft dann auch Bischof Feige Unter dem Titel „Bewusst wählen – Menschenwürde leben“ diskutieren die Teilnehmenden dieser Gesprächsrunde über gesellschaftlichen Zusammenhalt in Zeiten von Verunsicherung, Polarisierung und wachsender Verletzlichkeit.

Menschen in einem Kreis, die diskutieren
Gesprächsrunde mit Bischof Feige zum Thema "BEWUSST WÄHLEN!" Bildrechte / Quelle: Bistum Magdeburg

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschenwürde, Solidarität und demokratische Verantwortung heute konkret gelebt werden können. Dabei wird deutlich, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht von selbst entsteht. Er braucht Dialog, die Bereitschaft zuzuhören und den Mut, unterschiedliche Perspektiven auszuhalten. Die Initiative „BEWUSST WÄHLEN!“ bildet dabei den Rahmen für dieses Gespräch, das politische Verantwortung und christliche Haltung miteinander verknüpft.

Auch Bischof Feige greift später in seiner Predigt diese Verantwortung auf: Christinnen und Christen müssten sich immer wieder fragen, wie sie in einer zunehmend säkularen und von Unsicherheit geprägten Gesellschaft leben wollten. Es gelte, der Versuchung von Ausgrenzung, Angst und Verhärtung entgegenzutreten und für die unantastbare Würde aller Menschen einzustehen.

Immer wieder kehrt bei diesem Frauenfest die Frage zurück, wie Verhärtungen überwunden werden können – persönlich, kirchlich und gesellschaftlich. Die Antworten fallen unterschiedlich aus, doch sie führen in dieselbe Richtung: aufmerksam bleiben, einander beistehen, Verantwortung übernehmen und sich von Gottes Liebe in Bewegung halten lassen.

Oder, wie es Bischof Feige formuliert: Wer sich immer wieder mit Jesus auf den Weg mache, könne das eigene Herz ergründen und wandeln „und damit in Seiner Liebe bleiben“.

KI-Hinweis: KI-unterstützt erstellter Text

Songtext von Wolf Biermann (1968):

ERMUTIGUNG

Du, lass dich nicht verhärten
In dieser harten Zeit
Die allzu hart sind, brechen
Die allzu spitz sind, stechen
Und brechen ab sogleich
Und brechen ab sogleich

Du, lass dich nicht verbittern
In dieser bitt′ren Zeit
Die Herrschenden erzittern
Sitzt du erst hinter Gittern
Doch nicht vor deinem Leid
Auch nicht vor deinem Leid

Du, lass dich nicht erschrecken
In dieser Schreckenszeit
Das woll'n sie doch bezwecken
Dass wir die Waffen strecken
Schon vor dem großen Streit
Schon vor dem großen Streit

Du, lass dich nicht verbrauchen
Gebrauche deine Zeit
Du kannst nicht untertauchen
Du brauchst uns und wir brauchen
Grad deine Heiterkeit
Grad deine Heiterkeit

Wir woll′n es nicht verschweigen
In dieser Schweigezeit
Das Grün bricht aus den Zweigen
Wir wolln das allen zeigen
Dann wissen sie Bescheid
Dann wissen sie Bescheid

Tandem-Predigt vpn Bischof Feige und Karoline Riese

„25 Jahre „wer wird den Stein wegrollen.“ – Bildmomente von einem besonderen Jubiläum im Rahmen des diesjährigen Frauenfests. 

Quelle: Fotos: Leonie Danzmann für das Bistum Magdeburg; Bistum Magdeburg, Pressestelle, presse@bistum-magdeburg.de, 0391-5961134

Menschen laufen über eine Wiese
Zwei Frauen auf einer Bühne
Menschen in einem Kreis, die diskutieren
Zwei Frauen musizieren
Ein Saal voller Menschen
Menschen sitzen an einem Tisch und reden
Zwei Frauen an einem Stehtisch
Eine Nonne redet auf einer Bühne
Frauen an einem Tisch
Menschen in einem Saal
Bischof Feige und Karoline Riese an einem Rednerpult
Zwei Frauen bei einer Partnerübung mit Handauflegen
Frauen sitzen auf Bierbänken
Frauen an einem Infotisch
Frauen an einem Basteltisch
Bischof Feige bei einem Gottesdienst
Eine Frau mit einer Handpan
Ein voller Saal
Abendmahl-Spendung von Frau zu Frau
Frauen hören zu
Ein bunter Flyer in einer Hand
Menschen in einem vollen Saal
Eine Frau singt auf einer Bühne
Bischof Feige am Mikrofon
Frauen an einem Stein
Menschen in einem Saal
Frauen singen
Frauen reden miteinander
Frauen basteln an einem Tisch

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