
Nachruf auf Diakon i.R. JakubowitzVom Glauben und der Liebe zur Kirche geprägt
Der gütige Gott hat am 14. Juli 2026 seinen treuen Diener Diakon i. R. Johannes Jakubowitz im Alter von 91 Jahren in sein ewiges Reich gerufen.
Erscheinungsdatum: 20. Juli 2026
von Thomas Kriesel, Ordinariatsrat
Diakon Johannes Jakubowitz wurde am 22. Januar 1935 als drittes Kind seiner Eltern Paul und Käthe in Allenstein/Ostpreußen, Bistum Ermland, geboren. Dort besuchte er ab 1941 die Grundschule und empfing 1944 wenige Wochen vor der Vertreibung noch das Sakrament der Firmung. Eine neue Heimat fand seine Familie zunächst in Holdenstedt, Kreis Sangerhausen, wo er seine Grundschulzeit 1949 abschloss. Von dort führte ihn sein Weg zur Oberschule nach Sangerhausen. Dorthin zog die Familie nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1951 um. Obwohl er 1952 das Abitur erworben hatte, begann er eine dreijährige Lehre als Kraftfahrzeugschlosser und arbeitete anschließend in seinem Ausbildungsbetrieb bis dieser geschlossen wurde. Einen neuen Arbeitsplatz fand er als Schlosser in der Energieversorgung Sangerhausen und schloss 1968 seine zweite Berufsausbildung mit dem Facharbeiterbrief als Gasmonteur ab.
Bereits 1958 heiratete er seine Frau Inge, geb. Weise, mit der er drei Töchtern und zwei Söhnen das Leben schenkte. Eine der Töchter starb bereits wenige Tage nach der Geburt. In Folge einer schweren Krebserkrankung starb seine Ehefrau bereits im Februar 1973. Mit tiefem Gottvertrauen und familiärer Unterstützung sorgte er sich fortan um seine vier Kinder. Die beiden Söhne hat er vor wenigen Jahren verloren. Über die vielen erlittenen Schicksalsschläge hat er nie geklagt, sondern sie in Glauben und Vertrauen angenommen und tapfer getragen.
In der Pfarrgemeinde in Sangerhausen hatten er und seine Kinder eine Heimat gefunden und sich vielfältig engagiert. So hat Johannes Jakubowitz im Pfarrgemeinderat, in Ehekreisen und anderen Gruppen mitgearbeitet. Von 1974 bis 1977 nahm er am theologischen Fernkurs teil und wurde 1976 von Bischof Johannes Braun als Diakonatshelfer für die Pfarrei Sangerhausen beauftragt. Seine christliche Überzeugung vertrat er trotz mancher ideologischen Anfeindung treu und fest auch an seinem Arbeitsplatz.
In seiner ganzen Existenz vom Glauben und der Liebe zur Kirche geprägt entschloss er sich 1982, die Ausbildung zum ständigen Diakon anzutreten. Nach zweijähriger Vorbereitungszeit, gab er seine gesicherte berufliche Existenz auf, um sich ganz in den Dienst der Kirche zu stellen. Gemeinsam mit fünf Mitbrüdern wurde er am 9. Juni 1984 in Magdeburg von Bischof Johannes Braun zum Diakon geweiht.
Seinen Dienst als Diakon hat Johannes Jakubowitz in der Pfarrei Sangerhausen mit großem Eifer und Umsicht ausgeübt. Dabei galt sein besonderes Augenmerk den Gläubigen der ehemaligen Kuratie Rossla. Er hat ihnen einen Raum gegeben und sie immer wieder zusammenbracht. So begleitete er in den ersten Jahren seines Wirkens die Sanierung des Gemeindehauses. Er hat die Menschen aus den Orten der Gemeinde zu den Veranstaltungen abgeholt, mit Ihnen unzählige Gottesdienste gefeiert, in der Hl. Messe assistiert, die Sakramente gespendet und die Frohe Botschaft verkündet. Er war in den Gruppen und Kreisen der Pfarrei tätig und hat sich besonders um die Senioren gesorgt. Dank seiner ruhigen und bescheidenen Art war er vielen Menschen in den Gemeinden der Pfarrei und darüber hinaus ein beliebter Ansprechpartner. Er hat die Kranken, die Einsamen und die Geburtstagkinder besucht.
Bis ins hohe Alter unterstützte er seine Tochter Elisabeth, die viele Jahre als Franziskanerin in Sibirien tätig war. Er organsierte in der Gemeinde, mit den ökumenischen Partnern und im Heimatverein für die Menschen in Sibirien Spendenaktionen, die bis in die Gegenwart weiterwirken.
Mit seiner Pensionierung im Jahr 2000 hat er zwar die Verwaltungsaufgaben in der Gemeinde aufgegeben, sein seelsorgliches und liturgisches Engagement aber fortgesetzt. Angesichts des zunehmenden Alters hat er sich 2019 ganz bewusst auch von diesen Aufgaben zurückgezogen. Die Altersgebrechen hat er tapfer angenommen und getragen.
Nach einem erfüllten Leben ist er am 14. Juli in der österlichen Hoffnung auf ein Wiedersehen mit seinen Lieben im Himmel ruhig eingeschlafen. Der barmherzige Gott erfülle seine Hoffnung und vollende sein Leben und Wirken für das Reich Gottes.
Das Requiem für Diakon Johannes Jakubowitz feiern wir am Samstag, dem 1. August 2026, um 13:00 Uhr in der Kath. Kirche St. Jutta in Sangerhausen. Anschließend, gegen 15:00 Uhr, wird er auf dem örtlichen Friedhof beigesetzt.
Zwei Wünsche hat uns Diakon Johannes Jakubowitz für seine Beerdigung hinterlassen:
Anstelle von Kränzen oder Blumen hat er um eine Spende gebeten, um die Töpfe rund um die Welt noch einmal zu füllen, die er selber unterstützt hat.
Jeder möchte zwei Hände Erde von einem Ort mitbringen, wo er sich glücklich fühlt. Diese Erde soll über seinem Sarg verstreut werden. Er hat die Menschen geliebt und wertgeschätzt und möchte in ihren guten Gefühlen und Gedanken gebettet sein.
Wir wollen des verstorbenen Mitbruders in der Eucharistie und im Gebet gedenken.
Magdeburg, den 20.07.2026
Quelle: Bistum Magdeburg, Pressestelle, presse@bistum-magdeburg.de, 0391-5961134




