
Nachruf auf Elisabeth Katharina HuckeGroßes Engagement für die deutsch-polnische Versöhnung
Am Freitag, 28. August 2026, starb Frau Elisabeth Katharina Hucke im Bischof-Weskamm-Haus in Magdeburg.
Erscheinungsdatum: 4. September 2026
von Karin Marcinkowski, Gemeindereferentin
Elisabeth Katharina Hucke, geb. Steffens, wurde kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs am 17.02.1945 in Magdeburg geboren und wuchs als sechstes von sieben Geschwistern auf.
Nach ihrer Schulzeit mit Abitur absolvierte sie von 1964 - 1966 eine Ausbildung für den kirchlichen Dienst am Seelsorgehelferinnenseminar in der Oststraße Magdeburgs. Die meisten der 15 Frauen aus ihrem Kurs waren von ihrem Pfarrer auf die neue Möglichkeit zum Dienst in der Kirche aufmerksam gemacht worden. In der zweijährigen Seminarzeit, unter der Leitung von Prälat Martin Fritz, hat Elisabeth Hucke neben den Vorlesungen auch ein intensives geistliches Leben kennengelernt. So wurden insbesondere die Kartage gemeinsam gefeiert und nach der Osternacht erklang das ,Halleluja' von G.F. Händel im Seminar, in das alle einstimmten. Die Frauen ihres Kurses waren auch mehrmals zu Gast in ihrem Elternhaus, wohin Elisabeth alle zur Stärkung der Gemeinschaft einlud. Nach ihrem mündlichen Examen am 25.03.1966 und den darauffolgenden Exerzitien wurde sie am 06.04.1966 von Bischof Friedrich Maria Rintelen für den Dienst in die Seelsorge gesendet.
In den ersten Kursen war es selbstverständlich, dass zu diesem Beruf die völlige Verfügbarkeit in einer ehelosen Lebensform gehörte, weshalb Elisabeth Hucke nur eine kurze Zeit im Jahr 1966 in ihrer Heimatgemeinde "Maria Hilfe der Christen" und im Jahr 1967 auch in Egeln arbeitete. Denn schon bald lernte sie ihren künftigen Ehemann Wolfgang Hucke(+ 03.01.2023) kennen. Beide heirateten am 1. Mai 1969 und sie bekamen drei Kinder: Mechthild (*1970), Matthias (*1972) und Michael (*1976), um deren Erziehung sie sich liebevoll kümmerte und so immer für ihre Kinder da war.
Ein erneuter Dienst in der Seelsorge einer Gemeinde blieb ihr zunächst verwehrt, was sie selbst als hart empfunden hat. Im Bischöflichen Ordinariat Magdeburg war sie halbtags in der Druckerei tätig. Nach der Wende hat sie in der Schulabteilung des Ordinariats beim Aufbau der katholischen Schulen mitgearbeitet. Im Jahr 1993 nahm sie ihren Dienst als Seelsorgehelferin/Gemeindereferentin in "Maria Hilfe der Christen" in Magdeburg-Ottersleben wieder auf; Schwerpunkte ihrer Aufgaben waren die Erteilung des Religionsunterrichts, die Durchführung der Religiösen Kinderwoche und die Feier von Wortgottesdiensten in Hohendodeleben.
Elisabeth Hucke verfolgte ihre Aufgaben mit großer Einsatzbereitschaft. Was sie sich einmal vorgenommen hatte, wurde gewissenhaft in die Tat umgesetzt. Am 27.02.2005 wurde Elisabeth Hucke in den Ruhestand verabschiedet.
Ein großes Herzensanliegen war ihr seit 1981, gemeinsam mit ihrem Mann, das Engagement für die "Aktion Sühnezeichen" für die deutsch-polnische Versöhnung. Nach Besuchen in Polen und der Arbeit in Projekten vor Ort haben sich bis zur Wende die Aktivitäten auf das Versenden von Paketen beschränken müssen; nach 1989 haben sie zusammen mit weiteren Helfern zahlreiche Hilfstransporte in das Kinderdorf ,,Janusz Korczak" nach Polen/Oswięcim (Ausschwitz) organisiert und dorthin Sachspenden wie Kleidung, Haushaltswäsche und Schulmaterialien sowie manchmal auch Geldspenden in einem voll beladenen Fahrzeug transportiert.
So lag die Motivation ihres zielstrebigen Bemühens in der Erkenntnis um Wiedergutmachung für die Gräueltaten der Deutschen im Krieg. Noch vor zwei Jahren lag auf ihrem Couchtisch das Gedicht von Johannes R. Becher mit den Zeilen: ,,Und nie vergess' ich unter diesen, die Kinderschuhe aus Lublin.", welches ihr erstmals im ehemaligen Konzentrationslager Lublin-Majdanek begegnete, in dem Kinder ermordet wurden.
Im Jahr 2016 wurde Elisabeth Hucke von Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff, auf Vorschlag der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande in der Magdeburger Staatskanzlei ausgezeichnet. Dieser unterstrich in seiner Würdigung, ,,dass Elisabeth Hucke aus ihrem christlichem Grundverständnis ein bleibendes Zeichen der Hoffnung gesetzt habe."
Zum 25-jährigen Jubiläum des Kinderdorfes im Jahr 2019 schenkte sie den Kinderdorffamilien einen Ginkgobaum, der als Zeichen des Friedens, der Hoffnung und der Verbundenheit zwischen dem Kinderdorf und Magdeburg gepflanzt wurde. Sie blieb in ihrem Ruhestand durch Kurstreffen in enger Verbindung zu ihren Kolleginnen auch über das Bistum hinaus; ebenso im sogenannten ,Harzkreis', den sie noch zu ihrem 80. Geburtstag zu sich nach Hause einlud. Wer sie besuchte, wusste um ihr gutes Händchen für Pflanzen. Ihr Garten war eine Pracht.
Seit einem Jahr lebte sie im Bischof-Weskamm-Haus, wo sie - sofern es ihre Kräfte zuließen - auch die Gottesdienste in der Kreuzkapelle mitfeierte. Ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends. Doch sie nahm mit Klarheit ihre Krankheit an und versuchte bis zuletzt in Kommunikation zu bleiben. Sie starb am Freitag, dem 28.08.2026, im Bischof-Weskamm-Haus in Magdeburg.
Möge ihr die bleibende Gemeinschaft mit Christus geschenkt werden und das ,Halleluja" der Auferstehung in der Herrlichkeit erklingen.
Das Requiem feiern wir für Elisabeth Hucke am Mittwoch, dem 9. September 2026, um 10:30 Uhr in der Katholischen Universitätskirche St. Petri (Neustädter Str. 4, 39104 Magdeburg). Die Beerdigung findet anschließend, um 12:00 Uhr, auf dem Alten Sudenburger Friedhof (Kirchhofstraße 2, 39112 Magdeburg) statt.
Ich bitte Sie alle, unserer verstorbenen Kollegin Elisabeth Hucke im Gebet und in der Eucharistiefeier zu gedenken.
Magdeburg, den 02.09.2026
Dr. Gerhard Feige
+ Bischof
Quelle: Bistum Magdeburg, Pressestelle, presse@bistum-magdeburg.de, 0391-5961134




