
Bildrechte / Quelle: Bistum Magdeburg
Nach dem Wahlsieg der AfDKirchen werden sich weiter mit dem Evangelium zu Wort melden
Erscheinungsdatum: 7. September 2026
Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt melden sich die leitenden Geistlichen zu Wort.
Landesbischof Friedrich Kramer, Evangelische Kirche Mitteldeutschland
Bischof Dr. Gerhard Feige, Bistum Magdeburg
Kirchenpräsident Karsten Georg Wolkenhauer, Evangelische Landeskirche Anhalts:
Das Wahlergebnis nehmen wir als Kirchen mit großer Sorge zur Kenntnis. Diese Landtagswahl hat die politischen Verhältnisse in Sachsen-Anhalt tiefgreifend verändert. Das Land ist gespalten. Unsere Sorge gilt dem sozialen Frieden und dem Miteinander der Menschen in unserem Bundesland. Das Wahlergebnis zeigt eine große Unzufriedenheit in weiten Teilen der Bevölkerung. Gleichzeitig stehen so viele Menschen einander selbstlos mit Rat und Tat und Zeit zur Verfügung; helfen, spenden, teilen, hören zu und stärken einander.
Unsere Sorge gilt auch den von der AfD angekündigten Folgen, die das Wahlergebnis für Kultur und Bildung, Gemeinwesen und Ehrenamt, Diakonie, Caritas und Kirchen haben wird, für innere und äußere Sicherheit. Als Kirchen bringen wir eine lange Geschichte der Resilienz mit, wir haben Diktaturen und Unterdrückung, Kriege und Krisen überstanden und werden auch weiterhin unsere Türen für alle Menschen öffnen, die Schutz und Ruhe, Heilung und Wegweisung in der Gegenwart Gottes suchen.
Landesbischof Friedrich Kramer:
Wir Kirchen stehen auch nach der Wahl fest an der Seite jener, die mit wachsamem Blick auf die Politik der AfD schauen. Gemeinsam mit allen engagierten Bürgerinnen und Bürgern werden wir uns weiterhin für die Menschenwürde jedes einzelnen Menschen einsetzen, für Nächstenliebe und für ein solidarisches Miteinander. Wir vertrauen auf Gottes Geist, dass er uns helfen möge, Brücken zu bauen und Gräben zu überwinden.
Bischof Dr. Gerhard Feige:
Wir appellieren an die Wahlsieger, die Verfassung unseres Landes wie das Grundgesetz uneingeschränkt zu achten und die Würde aller Menschen zu wahren. Wer Regierungsverantwortung übernehmen möchte, übernimmt die Verantwortung für alle Menschen in unserem Land.
Kirchenpräsident Karsten Wolkenhauer:
Als Kirchen sind und bleiben wir zu allererst der Botschaft des Evangeliums verpflichtet. In die Gestaltung des Gemeinwesens werden wir uns daher wie bislang pointiert, konstruktiv und verbindend einbringen. Die Gesellschaft darf von uns als Kirchen zu Recht prophetische Klarheit und faktenbasierte Diskurse erwarten. Einer Spaltung der Gesellschaft, der Schwächung demokratischer Institutionen und Einschränkung von Freiheitsrechten treten wir mit unserer Arbeit entschieden entgegen. Das Wohl aller Menschen im Land werden wir in unseren Fürbitten vor Gott bringen.
In Sachsen-Anhalt leben rund 300.000 evangelische und katholische Christinnen und Christen, davon sind 235.000 evangelisch und 66.000 katholisch.
Quelle: Bistum Magdeburg, Pressestelle, presse@bistum-magdeburg.de, 0391-5961134




